Wohngruppen – Lebenspraktische Förderung

Wohn- und Betreuungskonzept …➞

Aufnahme in eine Außenwohngruppe …➞

Lernfelder, in denen zunehmend Selbständigkeit und Selbstverantwortung eingeübt werden und bei denen die Betreuer/innen tatkräftige Unterstützung, konkrete Anleitung oder Orientierungshilfen im Gespräch geben, lassen sich in folgende Bereiche einteilen, auf die sich auch der „behinderungsbedingte Mehrbedarf“ beziehen kann:

Persönliche Pflege
(z.B. Körperpflege, Hygiene u. Erscheinungsbild, Kleidung, Medikamenteneinnahme, Gesundheitsvorsorge, Bearbeitung von behinderungsspezifische Problemen, Hilfsmittel-versorgung; Organisation von Pflegediensten und Arztbesuchen; Durchführung der Grundpflege)
Haushaltsführung, Selbstversorgung, Alltagspraxis
(Planung/Durchführen von Einkäufen, Zubereitung von Mahlzeiten, Reinigung der Zimmer und Wohnung, Umgang mit Haushaltsgeräten, Wäschepflege, Finanzen, Taschengeld etc.)
Freizeitgestaltung/ Kulturelle Aktivitäten
(Gruppengespräche, gemeinsame Aktivitäten außerhalb: Disco, Kino, Spaziergang, Konzert; gemeinsame Aktivitäten miteinander: Spiele, Hobbies, Fernsehen etc.; Planung/Durchführung von Ferienaktivitäten; Besuch von Behinderten/Nichtbehinderten-Clubs)
Öffentlichkeit und Gesellschaft
(Anträge, Formulare ausfüllen; Begleitung bei Behördengängen, Mobilitätstraining mit MVV, Kontakte zu WfB, Arbeitsamt, Sozialreferat etc.)
Schule, Ausbildung und Arbeitsstelle
(Hausaufgaben, Nachhilfe, Prüfungsvorbereitung, Vermittlung von Lerntechnik und Arbeitsorganisation, Kontakte zu Lehrern, Ausbildern und Ausbildungs-/Beschäftigungseinrichtungen; Hilfestellung bei Bewerbung, Vorstellung und Arbeitssuche)
Persönlichkeitsentwicklung
(Besprechen/Hilfestellung bei persönlichen Problemen oder Schwierigkeiten in Schule und Beruf; … bei Konflikten mit Anderen in AWG und außerhalb; … bei familiären Belastungen; Drogen, Alkoholkonsum; Essverhalten; Beziehung zum anderen Geschlecht, Verhütung, Sexualverhalten; Planung Zeiteinteilung; Lebensplanung; Umgang mit der Behinderung, gesundheitsbewusster Lebensstil
Als besondere Unterstützungsangebote sind u.a. denkbar:

Vermittlung in Beratung/Therapie (Psychologen/Psychiater/Krankengymnastik)
Umzugshilfen
Vermittlung/Durchführung von Ferienmaßnahmen
Organisation gemeinsamer Veranstaltungen
Teilnahme an Veranstaltungen der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte
(Finanzielle) Unterstützung bei Sprachkursen durch den gemeinnützigen Förderverein
Urlaubs- und Feiertagsbetreuung (Weihnachten)

Medizinische Behandlungspflege

Soweit bei einzelnen Bewohner/innen mit Pflegestufe I-III eine Pflege durch die Betreuer/innen nicht zu leisten oder nicht gewünscht ist, wird ein externer ambulanter Pflegedienst zur medizinischen Behandlungspflege engagiert. Die Kosten müssen als Sachleistungen aus der Pflegeversicherung finanziert werden.
Ergänzung zu Ausbildung und Beschäftigung

Die lebenspraktische Unterstützung und Förderung in diesen Bereichen ergänzt die berufsvorbereitenden Maßnahmen, die berufsspezifische Ausbildung oder die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Sie dient letztlich der Eingliederung in die Gesellschaft. Die Außenwohngruppen bieten somit gute Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, die für die persönliche Selbständigkeit wie für die berufliche und soziale Integration notwendig und hilfreich sind. Die Außenwohngruppen stehen nicht lebenslang zur Verfügung, jedoch solange, bis eine selbständige Lebensführung, weitestgehend unabhängig von fremder Hilfe, möglich ist.

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